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Der gebundene Mondkalender der Germanen

Rekonstruktion eines Lunisolarkalenders nach antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen

von Andreas E. Zautner

Ein jeder von uns ist bestens vertraut mit dem gregorianischen Kalender bei dem es sich um einen reinen Sonnenkalender handelt. Der Mond spielt dabei keinerlei Rolle für die Jahreszählung. Doch vor der Einführung der reinen Sonnenkalender benutzten in Europa sowohl Römer, Griechen als auch Gallier und Germanen gebundene Mond- oder Lunisolarkalender, bei denen der Mond der maßgebliche „Jahrzähler“ war. Dieses Buch stellt anhand von antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Literaturquellen die Charakteristika des gebundenen Mondkalenders der Germanen zusammen.

Dieser gebundene Mondkalender hat nicht nur seine Spuren in alten Gesetzbüchern und den mythologischen Überlieferungen der Eddas und Sagas hinterlassen. Er wurde noch lange, bis in das 17. Jahrhundert hinein, parallel zur Berechnung von Jahreskreisfesten genutzt.

Diese Jahreskreisfeste und die Festlichkeiten im Rahmen des achtjährigen Schaltzyklus (Oktaeteris) des gebundenen Mondkalenders bilden weitere Schwerpunkte des Buches. Exkurse über die antiken Kalender bringen die Ursprünge von bekannten Festen wie Weihnachten und Ostern zutage und zeigen damit die Verwurzelung unserer heutigen Kultur in der Vergangenheit.

Mit einem Artikel über "Franks Casket" von Dr. Alfred Becker.

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Rezension erschienen in der Zeitschrift: "Miroque - lebendige Geschichte" Ausgabe 1/2014, Seite 73

Der gebundene Mondkalender der Germanen - Rekonstruktion eines Lunisolarkalenders nach antiken, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen von Andreas E. Zautner

Dass vor unserem schon seit Jahrhunderten gebräuchlichen gregorianischem Kalender der julianische Kalender verwendet wurde, dürfte vielen Lesern bewusst sein. Doch welche Kalender wurden in der Zeit davor beziehungsweise abseits der römischen Kultur verwendet? Dieses Werk gibt Auskunft darüber und führt in den germanischen Mondkalender ein. Weiterhin werden die Ursprünge vieler Gebräuche, Feiertage und Zählweisen, die heute noch verwendet werden, beleuchtet. Doch nicht nur Germanen stehen im Fokus des Buches, auch andere Kulturen wie Kelten, Römer und Etrusker finden Erwähnung. Spannend an der behandelten Materie ist die Tatsache, dass sich der behandelte Zeitraum schlecht einschränken lässt. So beginnt die Betrachtung zwar in der Antike, allerdings reichen die Folgen der damaligen Benennungen und Zählweisen bis in die heutige Zeit. Bei einem Thema, das sich mit der Geschichte zur Zeit der Germanen beschäftigt, besteht natürlich immer das Problem einer schlechten Quellenlage. Der Autor schafft es trotzdem, auf einen ansehnlichen Satz von Quellen zurückzugreifen, die auch über die üblichen römischen Schreiber wie Tacitus hinausgehen. Trotzdem ist das Buch im positiven Sinne keine reine wissenschaftliche Abhandlung und auch für Laien verständlich. Wer sich schon immer einmal intensiv mit Kalendern auseinandersetzen wollte, und dabei insbesondere alte Kulturen wie die der Germanen beachten möchte, findet in dem Werk ein erstaunlich umfangreiches und gut recherchiertes Werk. Ein wenig Geduld und die Bereitschaft, sich in einen komplexen Text einzuarbeiten, gehört trotzdem zur Lektüre.
Verfasser: Holger Angenent

erhielt 4 von 5 Punkte

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